Ich hatte die ganze Freitagnacht im Abstand von 10 Minuten Geburtswellen (Wehen). Ich war ganz sicher, dass wir am Samstag unser Baby in den Armen halten würden. Doch nachdem die Geburtswellen die Nacht durch anhielten, liess diese Empfindungen am nächsten Morgen nach, trotz Anzeichen, dass ich Gebärmuttersiegel (Schleimpfropfen) verlor. Ich verbrachte den Tag wie immer und wartete gespannt auf ein Zeichen, das auf „richtige“ Geburtswellen hinweisen würde. Ich ass eine ganze Menge! Ich war so hungrig. Ich schlief ein bisschen. Ich kochte Abendessen und machte mich bereit für eine weitere schlaflose Nacht.

Da statistisch die meisten Geburten nachts beginnen, erwartete ich Ähnliches wie in der Nacht zuvor, in der Hoffnung, es ginge vorwärts. Um Mitternacht kamen die Geburtswellen dann ganz plötzlich alle 7 Minuten. Sie wurden stärker und mein unterer Rücken begann, sich unangenehm anzufühlen. Die Intensität überraschte mich ehrlich gesagt, und ich erlebte das erste Ziehen/Spannungen, die ich als unangenehm bezeichnen würde.

Trotz zunehmender Intensität blieb der Abstand zwischen den Geburtswellen bei 7 Minuten. Ich wusste, dass ich noch nicht wirklich weit war, daher war es mir etwas peinlich, als ich um 1.30 Uhr im Jorvi-Krankenhaus anrief und die Hebamme nach ihrer Meinung fragte. Sie sagte mir, dass ich besser noch zu Hause bleiben sollte, überliess jedoch die Entscheidung mir, da es bereits meine dritte Geburt war. Ich fragte sie noch, wie voll die Gebärabteilung sei, und sie sagte mir, dass ich, wenn ich nicht innerhalb einer Stunde einträfe, anrufen müsste, um zu bestätigen, dass sie mich aufnehmen konnten. Die Abteilung war fast voll.

Ich begann, mir Sorgen zu machen, und fühlte mich irgendwie geschlagen. Ich hatte keine Schmerzen erwartet, auf jeden Fall nicht schon so früh. Ich fragte mich, ob ich etwas falsch machte, trotz all der Monate und dem Versuchen, meine Gedanken über das Gebären mit HypnoBirthing bei MyGentleBorn zu reprogrammieren. War es möglich, dass es am Ende nicht funktioniert hatte? Aber es hatte so viel Sinn gemacht! Weshalb kam ich nicht damit zurecht? Ich wollte ins Krankenhaus und sehen, ob Lachgas und Sauerstoff mir helfen würden, mich soweit zu entspannen, dass ich auf natürliche Weise weiterfahren konnte und meine Gedanken wieder in die richtigen Bahnen kamen. Es war die einzige Methode, die ich als passend zu meinem Plan akzeptieren konnte, wie ich mir die Erfahrung vorgestellt hatte.

Die Aussicht, zu Hause zu warten, machte mir ebenfalls Sorgen, denn das hätte bedeuten können, dass ich einem anderen Krankenhaus in Helsinki zugeteilt würde. Ich kannte die alle nicht und auch die Vorstellung einer längeren Anfahrt machte mir Angst. Mit einer gewissen Enttäuschung und sinkendem Mut baten wir unsere Nachbarin, herüberzukommen, auf der Couch zu schlafen und am Morgen mit den Jungs zu helfen. Ich rief im Jorvi an für die Bestätigung, dass ich immer noch kommen könne und bekam grünes Licht. Es war ungefähr 3 Uhr früh.

Die Fahrt zum Jorvi dauert von unserem Zuhause aus nur ungefähr 15 Minuten, und mit meinem 7-Minuten-Rhythmus gelang es mir, die Fahrt so zu legen, dass ich unterwegs nur eine Geburtswelle hatte. Ich fühlte mich erleichtert, endlich auf dem Weg zu sein, aber auch ziemlich nervös davor, was sich bei meiner Ankunft herausstellen würde. War mein Muttermund erst einen Zentimeter weit? Was, wenn sie mich heimschickten? In meiner Mutterschaftskarte steckte diese zuversichtliche Liste von Wünschen. Ich fühlte mich albern, sie abzugeben. Tief drinnen zweifelte ein Teil von mir bereits stark genug, dass es mir peinlich war, selbstsicher aufzutreten und zu sagen, dass das Baby ruhig und friedlich zur Welt kommen würde … auf natürlichem Weg.

Ich gab meine Mutterschaftskarte und meine Wunschliste ab und wartete auf eine Hebamme. Im Untersuchungsraum sagte ich, dass ich gerne Lachgas verwenden würde. Man sagte mir, ich könne entweder direkt in ein Geburtszimmer gehen für die Untersuchung (und sofort Gas bekommen) oder dort warten und das Gasgemisch nach der Untersuchung bekommen. Ich entschied mich, zu warten. Man teilte mir mit, dass der Muttermund 3 cm weit sei. Ich war ermutigt. Ich war noch nie so weit gewesen, als ich ins Krankenhaus eingetreten war. 3 Zentimeter waren für mich ok, dennoch fiel es mir schwer, mich während den Geburtsellen zu entspannen. Die Hebamme liess mich allein.

Eine Geburtswelle oder zwei später betrat eine andere Hebamme den Raum. Sie hiess Johanna. Sie veränderte alles. Beim Eintritt ins Jorvi war ich über mich selbst enttäuscht gewesen, dass ich es nicht geschafft hatte, länger zu Hause zu warten. Als ich das Jorvi verliess, war ich unglaublich glücklich, dass ich genau dann eingetreten war, als ich es tat.

Johanna war dort und ihre Schicht dauerte bis 8 Uhr. Was, wenn ich gewartet hätte?! Sie sagte mir, dass ihre Fälle anderen Hebammen zugeteilt worden waren, sodass sie meinen Fall übernehmen konnte. Nachdem die Receptionistin meine Wünsche gelesen hatte, wusste sie, dass Johanna perfekt zu mir passen würde, denn Johanna vertrat leidenschaftlich alles, worauf ich gehofft hatte. Sie hatte grosse Erfahrung mit Wassergeburten, natürlichen Geburten, Hypnobirthing etc. Meine Wünsche, die Plazenta zu behalten oder „mein Baby hinunterzuatmen“, waren für sie nicht fremd. Das Durchtrennen der Nabelschnur zu verzögern war für sie nicht die Ausnahme, sondern Routine.

Ihre Anwesenheit gab mir Vertrauen. Ihre Ermutigung gab mir die Sicherheit zurück, die ich irgendwann in den vergangenen Stunden verloren hatte, dass ich es noch einmal schaffen würde. Die nächsten Wehen kamen und gingen und sie überwältigten mich nicht. Sie überprüfte den Muttermund ein weiteres Mal und er war schon fast 5 Zentimeter weit! Ich war so unglaublich glücklich, dass es endlich vorwärts ging und zwar schnell! Doch meine Geburtswellen kamen immer noch im Abstand von 7 Minuten. Sie machte ein Zervix-Stripping, um die Dinge in Gang zu bringen. Es funktionierte. Sehr gut. Innerhalb der nächsten 5 Minuten gelangte ich von 7 Minuten zu ungefähr 3 Minuten Abstand und einer Intensität, die mir den Atem raubte. Es war ungefähr 4 Uhr. Johanna ging, um die Wanne zu füllen.

30 Minuten später lag ich im warmen Wasser auf der Seite mit einer weichen, bequemen Matte unter meinem Kopf. Sie sagte, dass ich bei gleichbleibendem Rhythmus ca. um 6 Uhr 10 Zentimeter erreichen würde. Ich fand heraus, dass ich gut durch die Geburtswellen kam, wenn ich laut summte. Mein unterer Rücken tat mir ziemlich weh und es fiel mir schwer, mich zu entspannen. Ich glaube, ich weinte ein bisschen. Es war nicht ruhig und auch nicht gerade friedvoll, aber ich lag im Wasser, die Hand meines Mannes haltend, und wurde von einer Hebamme begleitet, die verstand, was ich zu erreichen versuchte. Sie sagte mir immer wieder, wie gut ich alles mache und wie schnell es vorwärts ginge. Tuomas sprach beruhigend auf mich ein und gab mir immer wieder Wasser aus der Wasserflasche. Ich rührte das Lachgas nicht an und ich war nicht mehr imstande, auch nur nach einer PDA zu fragen. Abgesehen davon versicherte mir Johanna, dass ich keine bräuchte. Ich hatte eine ruhige Phase und ungefähr um 6.15 Uhr hatte ich das Gefühl, nun sei es Zeit, zu gebären. Johanna untersuchte mich und bestätigte, dass ich nun 10 cm erreicht hatte.

Zu diesem Zeitpunkt war mir wirklich unwohl. Ich wurde müde und musste kämpfen. Wir wechselten einige Male die Position, um die Sache in Gang zu halten. Ich bat sie, mich, so gut sie konnte, zu unterstützen. Die Fruchtblase war immer noch ganz. Nach einer Weile konnte ich die Fruchtblase selbst fühlen, bevor sie schliesslich aufging.

Johanna stellte fest, dass das Baby mit dem Gesicht nach vorn unterwegs war statt zu meinem Rücken. Im Wasser zu gebären würde nicht funktionieren. Die Stellung war verkehrt. Johannas Dienst war bald zu Ende, aber sie blieb bei mir bis zum Schluss. Sie rief die nächste diensthabende Hebamme an und liess sie den Geburtsstuhl neben der Wanne herrichten. Ich stieg aus der Wanne und Tuomas stützte mich von hinten. Nach einer oder zwei weiteren Geburtswellen konnte ich den Kopf des Babys spüren und ihn gebären. Sobald der Kopf draussen war, konnte Johanna den Körper drehen, während ich mein Baby zur Welt brachte. Ein Mädchen! Ich hatte ein Mädchen geboren! Ich konnte es kaum glauben! Gaia Serafina kam am Sonntagmorgen um 7.42 Uhr zur Welt. Mein eigenes, süsses Mädchen, die Antwort auf einen meiner sehnlichsten Wünsche.

Johanna gab sie mir und ich hielt sie für einige Minuten, während sie die Vitamin-K-Spritze bekam. Dann halfen sie mir auf und gemeinsam gingen wir zu einem benachbarten Geburtszimmer, wo ich mit Gaia liegen konnte und die Nachgeburt abwartete. Sie kam schnell und problemlos, auch ohne Oxytocin-Spritze. Dann banden wir die Nabelschnur ab und Daddy schnitt sie durch, denn es hatte nun schon ziemlich lange gedauert und sie pulsierte nicht mehr. Ich liess die Plazenta einpacken und Tuomas brachte sie nach draussen zum Kühler im Auto. Als er zurückkam, assen wir alle zusammen Frühstück, sogar Gaia, die ich perfekt stillen konnte und die wie ein Profi trank! Ich duschte, während Tuomas Gaia wog und zum ersten Mal badete.

Nachdem der Papierkram erledigt war, verabschiedete ich mich von Johanna. Ich versuchte ihr zu sagen, wie dankbar ich für ihr Vertrauen und ihre Hilfe war, aber die Worte fehlten mir. Ich weiss nicht, wie es anders gelaufen wäre. Meine vorhergehenden Erfahrungen hatten tiefe Spuren hinterlassen und ich brauchte jemanden, der mir half, fokussiert zu bleiben und all das anzuwenden, was ich geübt hatte. Im Nachhinein denke ich, dass ich ernsthaft eine Doula hätte in Betracht ziehen sollen. Johanna sagte zu mir, dass es Frauen wie ich seien, die ihre Arbeit wertvoll machten. Dann ging sie. Kurz danach bettete ich Gaia unter mein Hemd und wir wurden in die Neonatologie geschoben. Wir verbrachten zwei Tage im Krankenhaus und durften am Dienstagnachmittag zu fünft nachhause!

 

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