Nickys Geburtsbericht

Die Geburt annehmen

What is HypnoBirthing
Mein Name ist Nicky und ich lebe – mittlerweile – mit meinen zwei wunderbaren Söhnen und meinem wundervollen Mann in dem schönen Bayern. Elias ist jetzt 3 und Leon 2 Monate. Letztes Jahr im Oktober habe ich erfahren, dass ich mit Leon schwanger bin. Ich war erst sehr nervös / aufgeregt, habe mich riesig gefreut. Doch dieses Hochgefühl hat nicht lange angehalten.

“Dann kam die Angst vor der Geburt. Diese hat mich die ganze Schwangerschaft begleitet.”

Nicky

Meine erste Geburt

Diese Angst rührte von meiner ersten Geburt, die für mich sehr traumatisch war. Bei Elias war ich sehr positiv. Habe mir immer gedacht, es wird wehtun, aber hey, dass schaffst du doch mit links. :-) Mein Wunsch war es schon damals, im Geburtshaus zu entbinden. Ich war die erste Schwangerschaft über sehr entspannt. Es war eine wundervolle Schwangerschaft und ich hatte kaum Beschwerden. Als Elias sich dann angekündigt hatte mit einem angeblichen Blasensprung bin ich aus diversen Gründen im Krankenhaus gelandet. Leider lief alles ganz anders und ich hatte nicht die Unterstützung der Hebamme, die ich mir erhofft hatte und so hat alles seinen Lauf genommen. Ich war ja schließlich das erste Mal schwanger, wusste nicht, wie ich mich verhalten sollte und habe mich dann in die Hände des Krankenhauses begeben. Sie wollten mich dabehalten und meinem Baby noch eine Nacht Zeit geben, sich von alleine auf den Weg zu machen. Ich lag die ganze Nacht wach, alleine, ohne meinen Mann, mit dem ich mich wirklich gerne unterhalten hätte, da ich völlig überfordert war. Ich habe gebetet, dass Elias sich doch noch von alleine auf den Weg macht. Das ist leider nicht passiert. Und so habe ich meine Verantwortung in die Hände völlig fremder Menschen gegeben. Am nächsten Tag ging es dann los gegen halb 9 mit der Einleitung mit Gel. Um 11 kamen die ersten Wehen, die dann immer stärker wurden. Die Hebamme hat während einer Wehe den Muttermund abgetastet, was sehr starke Schmerzen waren. Während den Wehen wurde mir dann noch ein Zugang gelegt. Und um halb 8 abends war Elias dann da. Während der Geburt bin ich dann auch gerissen. Im Geburtskanal und die Schamlippen sind gerissen. Das lag daran, dass ich Elias liegend zu Welt gebracht habe. Also alles in allem eine schnelle Geburt. Trotzdem war da diese Leere. Ich hatte kaum Zugang zu meinen Gefühlen im Bezug auf Elias. Habe mich dann aber auch schlecht gefühlt, denn da musste doch dieses Gefühl der bedingunglosen Liebe da sein. Aber es kam nicht. Heute weiß ich, es lag an der Art, wie die Geburt abgelaufen ist und nicht daran, dass ich mein Kind nicht liebe. Ich möchte hier aber auch nochmal sagen, dass ich dem Klinikpersonal keinen Vorwurf mache, denn sie wissen es nicht besser. Und mittlerweile spüre ich mich auch wieder und die Liebe zu meinen ersten Sohn. :-)

“Aufgrund dessen war die Angst vor der zweiten Geburt so groß. Ich wollte das auf keinen Fall mehr erleben, wusste aber, dass Leon irgendwie wieder aus mir raus muss. :-)”

Nicky

Zum zweiten Mal schwanger

Erst mal habe ich alles verdrängt. Ich habe versucht, entspannt zu sein, was so gar nicht funktioniert hat. Mir war sehr übel zu Beginn der Schwangerschaft, mir hat die Symphyse höllisch weh getan, starkes Sodbrennen, Rückenschmerzen und noch viel mehr. Das kannte ich aus meiner ersten Schwangerschaft überhaupt nicht. Bis auf leichte Wassereinlagerungen in den Füßen und Beinen, hatte ich keine Beschwerden. Jetzt ist mir klar, dass das an meiner Einstellung lag zur Geburt. Ich war einfach angespannt und somit nicht entspannt. Wie sollte sich mein Körper dann entspannen und sich auf das freuen, was vor mir lag? Ich habe viel geweint und war immer auf der Suche nachdem, was mich von dieser Angespanntheit befreien konnte. Ich habe viel gelesen und bin dann eines Tages auf der Facebookseite von Awital gelandet. Ich habe versucht, mich auf die Geburt vorzubereiten. Mich dieser komplett hinzugeben. Und was soll ich sagen: Es hat wunderbar funktioniert. :-)

“Ich habe mir immer wieder gesagt, dass ich Vertrauen in mich, meinen Körper und mein Baby habe und dass KEINER besser weiß, wie es mir geht, als ICH selbst.”

Nicky

Die zweite Geburt

Die Wehen gingen am Abend los. Es waren noch sehr leichte Wehen und hat mich noch nicht beeinträchtigt. In der Nacht gegen halb 2 bin ich von stärkeren Wehen aufgewacht, die ich auch schon veratmen musste. Ich bin dann aufgestanden, weil ich gemerkt habe, dass schlafen jetzt erst mal nicht mehr funktioniert, habe mir ein Bad eingelassen, Kerzen angemacht und es einfach passieren lassen. Danach bin ich wieder ins Bett und habe so vor mich hingedöst. Schlafen konnte ich nicht mehr. Am nächsten Morgen bin ich aufgestanden und habe mit der Hebamme aus dem Geburtshaus über Whatsapp geschrieben, kurze Zeit haben wir telefoniert. Auch war ich mit meiner Homoöpathin in Kontakt.

Meine Hebamme meinte, ich solle mich versuchen, zu entspannen und die Ruhephasen zu nutzen mich zu erholen. Mein Papa und seine Frau haben Elias geholt, sodass ich mich voll auf die Geburt konzentrieren konnte. Mein Mann hat mir Frühstück ans Bett gebracht und ich habe immer wieder meiner Hebamme geschrieben, wie sich die Wehen verändern oder auch nicht. Mein Gefühl hat mir immer gesagt, dass ich aber noch Zeit habe und noch zu Hause bleiben kann und meine Hebamme hat mir auch die freie Entscheidung gelassen. Sie hat mich einfach machen lassen, und dafür bin ich ihr sehr dankbar. So ging das dann bis ca. 16:00 Uhr. Da waren die Wehen dann kaum noch auszuhalten. Mein Mann hat dann entschieden, dass wir nun doch ins Geburtshaus fahren. Ich wollte ja eigentlich immer noch niemanden sehen. Zu groß war die Angst, mich wieder zu verlieren und sich auf andere zu verlassen, als auf mich und mein Baby.

Wir sind um 16:37 Uhr im Geburtshaus angekommen. Meine Hebamme hat mich dann auf die Toilette geschickt, wahrscheinlich, um mir die Privatsphäre zu gebe, die ich brauchte. Sie kannte mich ja doch schon etwas. :-) Im ersten Moment wusste ich gar nicht, wass ich nun denn auf der Toilette sollte und habe mich dann “halt eben mal” draufgesetzt. :-) Dann ging alles eigentlich ganz schnell. Über der Toilette ist mir dann die Fruchtblase geplatzt und Leon ist in den Geburtskanal gerutscht und ich durfte endlich pressen. Das war ein sehr erleichterndes Gefühl. Endlich mitmachen zu dürfen. Mein Mann hat sich dann aufs Bett gesetzt und ich habe mich zwischen ihn gesetzt in die Hocke. Meine Hebamme sagte dann, dass ich bei der nächsten Presswehe richtig mitgehen solle und tief in die Hocke gehen sollte und schwups, um 16:42 Uhr ist Leon rausgepurzelt.

Das war ein unfassbar schönes Gefühl und eines der ersten Dinge, de ich gesagt habe war: “Hey Leute, ich habe es geschafft!!!!!” Meine Freude war riesen groß. Sie haben Leon in ein warmes Handtuch gewickelt und mir auf die nackte Brust gelegt. Nach kurzer Zeit sind wir dann zu dritt ins Bett und hatten erst mal Kuschelzeit. Die Plazenta war zu diesem Zeitpunkt immer noch in mir. Ich glaube nach einer halben Stunde habe ich dann auch noch diese geboren. Leon hat relativ schnell getrunken und da haben dann auch schon die Nachwehen eingesetzt. Da ging das dann ganz unproblematisch. Leon wurde um 18:50 Uhr abgenabelt von mir – der Papa hat dafür zu schwache Nerven. :-) Und um 20:30 Uhr waren wir dann wieder zu Hause.

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“Man darf sich und seinem Baby ruhig das Vertrauen schenken.”

Sich auf die Geburt einlassen

Mir hat diese zweite Geburt einfach das ganze Trauma der ersten Geburt genommen. Im Nachhinein habe ich die Presswehen sogar genossen und es ist ein wunderbares Gefühl, trotz der Schmerzen.
Mir hat die Erfahrung der beiden Geburten einfach gezeigt, dass man sich voll und ganz auf die Geburt einlassen darf.

Man darf sich und seinem Baby ruhig das Vertrauen schenken. So kann jede Geburt zu etwas ganz besonderem werden. Bei mir waren es ganz klar die Umstände, die das Trauma der ersten Geburt ausgelöst haben und nicht die Geburt an sich. Ich wünsche mir für die Zukunft, dass alle Frauen den Mut haben, und Vertrauen in sich und ihr Baby haben. Das ist mein großer Wunsch, denn Geburt ist etwas natürliches und keine Krankheit oder etwas gefährliches. Es kann natürlich immer etwas passieren, aber das kann es auch, wenn man morgens das Haus verlässt. Was ich damit sagen will ist, dass man so nicht denken darf, sondern die Geburt als das anzunehmen, was es ist. Es ist etwas wundervolles, in der man einem kleinen Menschen neues Leben schenkt.

Alles Liebe an alle Frauen,

Nicky

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